Es hat gefunkt: Kollmar digital

Die Coronakrise hat Anfang 2020 das öffentliche Leben ganz schön durcheinander gebracht und die Straßen im gegenseitigen Respekt und Schutz leergefegt. Gerade in einer so großen Flächengemeinde wie in Kollmar merken die Bewohner vor Ort die gemischten Gefühle im Bezug auf den Rückzug in die eigenen vier Wände als behördliche Anordnung und den weiterhin gewünschten Austausch „wie immer“ sofort. Da kommt die Freischaltung der DorfFunk-App des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE) genau zur richtigen Zeit. Bürgermeister Klaus Meinert bringt es in Zusammenarbeit mit der Ortsentwicklungsgruppe im Interview mit kollmare auf den Punkt: „Digitalität bringt jetzt Chancen wie nie.“

Herr Meinert, obwohl es nach außen sehr ruhig geworden ist, tut sich im Inneren so Einiges. Was passiert bei uns in der Gemeinde?

Klaus Meinert: Die „Ortsentwicklung Kollmar“ wurde von der Gemeinde Kollmar als Resultat des Ortsentwicklungskonzepts ins Leben gerufen und hat den Auftrag, die Gemeinde mit Rat und Tat bei der zukünftigen Gemeindeentwicklung zu unterstützen. Sie ist gegliedert in die zwei Hauptgruppen „Lebensgemeinschaft“ und „Ortsgestaltung“. Die Hauptgruppen setzen sich derzeit aus ca. 35 freiwilligen Kollmaranern jeden Alters zusammen. Ziel dieser Gruppen ist es, Themen aus der Gemeinde zu sammeln, in kleineren Teams auszuarbeiten und mit der Gemeinde, sowie den Kollmaranern, an der Umsetzung zu arbeiten. Derzeit werden Themen wie Verkehr, Umstrukturierung der Häfen, Treffpunkte des Zusammenlebens, Nahversorgung sowie Natur & Umwelt, Mobilität bis hin zu einer digitalisierten Gemeinde-Kommunikation und noch vieles mehr darüber hinaus in den Ortsgruppen diskutiert. Wir wollen nach und nach gemeinsam möglichst viel anpacken.

Hat das freiwillige Engagement von Kollmaranern für Kollmaraner denn schon erste Ergebnisse aufzuweisen?

Klaus Meinert: Was im Zuge der Ortsentwicklung angestoßen wurde, nimmt langsam Fahrt auf. Gegen die Unsicherheit und Passivität dieser Tage bietet z.B. die auch von mir unterstützte Plattform kollmare.com mutig Platz für Hilfsanregungen zu Zeiten der Krise, zum Austausch und zum Zusammenwachsen darüber hinaus. Und natürlich zum Mitmachen: Die Kollmare-Redaktion sucht freiwillige Autoren, die Lust haben, sich direkt einzubringen oder Themen anzuregen. Ich freue mich sehr über diese lebendige Entwicklung in den momentan verunsichernden Zeiten. Insbesondere hier kann man in Zukunft mitverfolgen, wie sich unsere Region wandeln wird. Wir bemühen uns darüber hinaus natürlich auch, die Kommunikation mit den Bürgern über die gemeindeeigene Seite kollmar-elbe.de transparent zu gestalten. Und jetzt kommt die App ins Spiel.

Genau! Dann wird Sie die Nachricht, dass seit dem 03.04.2020 die DorfFunk-App der Digitalen Dörfer landesweit geöffnet ist, ja sehr freuen?

Klaus Meinert: Aber sicher; allerorts bemerke ich die Initiative, einander Hilfe zu geben. Die Möglichkeit der kostenfreien Nutzung des nach meinem Kenntnisstandes für vorerst ein Jahr in ganz Schleswig-Holstein weit offenen Service Dorffunk bietet natürlich gerade jetzt Chancen, der Isolation zu entkommen.

„Digitalität bringt jetzt Chancen wie nie.“

Bürger und Bürgerinnen können hier Hilfe anbieten, Suchen einstellen oder einfach nur mal wieder miteinander klönen – alles nach den neuesten Datenschutzrichtlinien. Ich bin gespannt, wie diese App angenommen wird und hoffe, dass sie im momentanen Auseinanderrücken u.a. ein wenig Hilfe für die Pflege sozialer Kontakte sein kann.

Was wünschen Sie sich für Kollmars digitale Zukunft?

Klaus Meinert: Momentan ist die Gesundheit für uns alle am Wichtigsten. Auch wenn wir uns jetzt nicht zusammensetzen können, hoffe ich, dass die neuen Kommunikationswege und insbesondere die DorfFunk-App gern genutzt werden. In kurzer Zeit kann man sich die App runterladen und direkt losfunken. Wir haben eine Phase intensiven Testens vor uns. Für alle die Unterstützung benötigen, wollen wir zukünftig in Zusammenarbeit mit der Ortsentwicklung Hilfestellung – gegebenenfalls auch in Form von Veranstaltungen – geben.

Fröhliche Ostern, trotz allem schöne Feiertage und vielen Dank für das Interview.

Weiterführende Informationen:

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